Podcast #10: Mehr Mobilität, weniger Verkehr – wie geht das?

Ein Jahresrückblick

Ich werde als Beraterin zu Mobilitätskonzepten oftmals gefragt: Wie können wir mehr Mobilität mit weniger Verkehr erreichen? Welche Maßnahme müssen wir einführen? Was sollen wir konkret tun?

Leider gibt es hierzu nicht die eine Antwort. Denn wenn wir von mehr Mobilität und weniger Verkehr sprechen, meinen wir letztendlich, dass Menschen das Auto weniger benutzen sollten – und andere Mobilitätsformen mehr.

Das Auto hat sich als permanent verfügbare, am Besten vor der Haustür abgestellte Freiheitsmaschine in unserer Wahrnehmung  über Jahrzehnte als das komfortabelste, zeitsparendste und sogar günstigste Verkehrsmittel in unseren Köpfen eingespeichert. Deshalb kann es nicht die eine Alternative geben, die dies übertrifft. Stattdessen brauchen wir einen ganzen Blumenstrauß an Alternativen, die in Summe jedes der vorgenannten Attribute  für Autos (komfortabel, zeitsparend und günstig) übertreffen.

Was bedeutet es also, bessere Angebote zu schaffen?

In dieser Folge ziehe ich ein Resümee der bisher vorgestellten Mobilitätsangebote, von Mobilitätsbudgets über Ridepooling Lösungen, und zeige, welche Herausforderungen noch zu lösen sind. Denn das Ziel von „Mehr Mobilität – weniger Verkehr“ muss es sein, Lösungen anzubieten, die in der Summe so nahtlos funktionieren wie das Auto. Die Zukunft der Mobilität ist in meine Augen nicht nur elektrisch, connected und autonom, wie es vor allem aus der Automobilbranche tönt – sondern vor allem multimodal, nahtlos und bequem. Mobility as a Service Betreiber sind da auf einem guten Weg , wie z.B. die App Jelbi, oder auch die Mobilitäts-Flatrate der Stadtwerke Augsburg.

Welche Rolle nehmen Städte dabei ein?

Aber auch über die Herausforderungen für Städte ziehe ich ein Fazit aus den vergangenen Interviews, z.B. mit Dr. Münter, der die Stabsstelle Mobilität der Stadt Stuttgart leitet. Denn Städte müssen sich nicht nur  mit der existenten Infrastruktur auseinandersetzen, sondern auch mit den Bedürfnissen aller Bürger. Dazu kommt ein Rückstand bei der Digitalisierung, die mangelnde Möglichkeit, sämtliche Mobilitätsangebote zu analysieren – und dennoch die Notwendigkeit, dass Städte die Rolle einnehmen müssen, Mobilität aktiv zu gestalten.

Können wir alle zu „Mehr Mobilität – weniger Verkehr“ beitragen?

Ja! Definitiv! Indem wir die Starre im Denken aufgeben, die dadurch entsteht, dass das Auto zur Gewohnheit wurde. Es geht darum den Veränderungswillen, den man bereits in großen Teilen der Gesellschaft spürt, auch zu leben.

Wir können heute bereits in Alternativen denken – für einzelne Wege oder für bestimmte Tage in unserem Wochenablauf. Einige Tipps und Hinweise dazu spreche ich in dieser Podcast-Folge an, und beziehe mich auch hier wieder auf Lösungen, die schon einmal im Detail vorgestellt wurden, wie z.B. Ridesharing unter Kollegen oder Fahrradfahren.

Denn die Freiheit unseres Mobilitätsverhaltens endet dort, wo die Ressourcen am Ende sind, dort wo Raum nicht ausdehnbar ist und Co2 oder NoX Werte zu hoch sind. Doch unser Verhalten zu ändern ist ein Change Management Prozess – und jeder der sich schon mit dem Wandel von Strukturen befasst hat, wird mir zustimmen, dass dies kein Sprint, sondern ein Marathon ist.

Zu guter Letzt ein Zitat des Physikers Georg Lichtenberg:

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Foto: ©city in motion

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